Der Hugenottengarten

Hugenottengarten in Langerwisch




Seit zwanzig Jahren ist unser Garten in Langerwisch ein Ort des Miteinanders in französischer Sprache. Für die Französischsprachige protestantischen Gemeinde Berlin war er lange Zeit der Pfarrgarten und der Garten für Gemeindefeste. Im Rahmen der deutschlandweiten Bewegung der „Interkulturellen Gärten“ wollen wir unsere interkulturelle Gartengeschichte weiterführen.





Sie steht als kleiner Beitrag in einer großen und anregenden Tradition, die wir in einer Ausstellung mit 30 Tafeln vorstellen. Alles beginnt im 16. Jahrhundert in Frankreich (mit Calvin, dem Reformator); wenig später finden wir hugenottische Flüchtlinge in aller Welt – auch in Brandenburg. Es wird viel gesungen in dieser Geschichte – Hugenottenpsalmen, die auch die Wunder Gottes in Pflanzen und Gärten beschreiben. Es gibt den geheimnisvollen Bernard Palissy und seinen Paradiesgarten mit keramikverzierten Grotten und den originellen Pierre Magnol, nach dem die Magnolie benannt ist. Der fromme und bauernschlaue Olivier de Serres wird vorgestellt mit seinem dicken Handbuch des Landbaus, in dem auch die Kräuterspirale erklärt wird. Die holländischen Tulpen sind französisch-reformierte Geschichte und die Berliner hugenottischen Gärtner boten noch vor etwas mehr als hundert Jahren Blumen mit französischen Namen an.

Jean-Jacques Rousseau macht seine Aufwartung; er entdeckte seine Freude an der Botanik in Neuchâtel – damals ein französischsprachiges Stück Preußen mitten im Schweizer Jura! Für Rousseau ist die Pflanzenbestimmung ein pädagogisches Hilfsmittel - gegen die amusements frivoles… Eine Liebesge-schichte gibt es trotzdem - mit blauen Blumen, in denen der verliebte Botaniker Edmond Boissier die Augen seiner Liebsten erkennt.